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Knochenkrebs

Knochenkrebs

Unter Knochenkrebs werden verschiedene Arten von Krebserkrankungen im Knochengewebe verstanden. Prinzipiell können zwei Krebsformen unterschieden werden. Der primäre Knochenkrebs hat seinen Ursprung in den Knochenzellen und tritt eher selten auf. Davon betroffen sind überwiegend Kinder und junge Erwachsene. Der sekundäre Knochenkrebs hat seinen Ursprung in Tumoren an anderen Organen des Körpers und siedelt sich als Metastasen in den Knochen an. Vom sekundären Knochenkrebs sind meistens ältere Menschen betroffen.

Die Entstehung von Knochenkrebs

Die Entstehung von Knochenkrebs ist noch nicht eindeutig geklärt. Es gibt viele verschiedene ursächliche Faktoren, die die Entstehung von Knochenkrebs begünstigen können. Dazu gehören bestimmte Lebensgewohnheiten, Umweltbelastungen, radioaktive Strahlungen und eine vorliegende genetische Veranlagung.
Es wird vermutet, dass gerade für die Entstehung des primären Knochenkrebses genetische Faktoren eine große Rolle spielen.
Beim primären Knochenkrebs lassen sich zwei hauptsächliche Knochenkrebsarten unterscheiden – das  Ewing-Sarkom und das Osteosarkom.
Beim Ewing-Sarkom wurden Genveränderungen auf dem Chromosom 13 bei den erkrankten Personen nachgewiesen.  Vom Osteosarkom betroffene Patienten leiden häufig bereits vor Ausbruch der Erkrankung an einer gestörten Knochenstruktur. Es wird vermutet, dass die Erbkrankheit Multiples Osteochondrom eine Ursache für die Entstehung des Osteosarkoms sein könnte. Beim Multiplen Osteochondrom kommt es zur Bildung von gutartigen Tumoren an Knochen- und Knorpelgewebe. Der primäre Knochenkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Kindern und Jugendlichen überhaupt, wobei das Osteosarkom häufiger als das Ewing-Sarkom auftritt.
Ein sekundärer Knochenkrebs entsteht ursächlich durch andere Krebstumore, welche sich als Metastasen im Knochengewebe ausbreiten. Dazu gehören Brustkrebs, Lungenkrebs, Nierenkrebs, sowie Prostatakrebs, Blasenkrebs oder Schilddrüsenkrebs. Beide Knochenkrebsformen können sowohl im Knochen-, als auch im Knochenmarksgewebe auftreten.

Symptome von Knochenkrebs

Sowohl beim primären, als auch beim sekundären Knochenkrebs zeigen sich als erste Krankheitssymptome Schmerzen, eine verminderte Belastbarkeit, ungewollte Gewichtsabnahme und eine Verschlechterung des Allgemeinbefindens. Beim primären Knochenkrebs kommt es zusätzlich häufig zu Schwellungen, die zu einer eingeschränkten Beweglichkeit führen. Sekundärer Knochenkrebs macht sich oftmals durch unerklärliche Knochenbrüche bemerkbar. Treten ein oder mehrere dieser Symptome auf, sollte ein Arzt konsultiert werden, damit dieser eine eindeutige Diagnose stellen kann.


Neben einem Anamnesegespräch und einer allgemeinen körperlichen Untersuchung sind vor allem bildgebende Untersuchungen und Blutuntersuchungen zur Diagnoseerstellung notwendig. Meist sind bereits anhand eines Röntgenbildes die ersten Anzeichen eines Knochenkrebses zu erkennen. Typische Anzeichen der Krankheit sind erkennbare Zerstörungen und unscharfe Begrenzungen des Knochens. Durch eine Röntgenuntersuchung können darüber hinaus auch eventuelle Metastasen in der Lunge festgestellt werden.  Neben der Rötgenuntersuchung werden Kernspintomographie, Computertomographie und Skelettszintigraphie zur Diagnosestellung genutzt. Kernspintomographie und Computertomographie werden in erster Linie eingesetzt, um genaueren Aufschluss über den Tumor und dessen Ausdehnung zu erhalten. Eine Skelettszintigraphie kann einen weiteren Krebsbefall entdecken oder bestenfalls ausschließen. In einigen Fällen werden die Blutgefäße mit Hilfe einer Angiographie dargestellt. Auch Ultraschalluntersuchungen (Sonographie) werden zur Diagnosestellung eingesetzt. Anhand einer Blutuntersuchung lassen sich verschiedene Hinweise auf eine Knochenkrebserkrankung diagnostizieren. Liegt eine Erhöhung des Enzyms alkalische Phosphatase vor, kann dies auf ein Osteosarkom hinweisen. Eine gesteigerte Blutkörpersenkungsgeschwindigkeit, sowie eine Anämie (Mangel an roten Blutkörperchen) oder eine Leukozytose (zu viele weiße Blutkörperchen) deuten auf ein Ewing-Sarkom hin.


Bei Hinweisen auf ein Ewing-Sarkom wird häufig eine Knochenmarkbiopsie vorgenommen. Durch diese Untersuchung erhält der Arzt Hinweise auf die Ausbreitung des Tumors im Knochenmark, welche für die anschließende Therapie bedeutsam sind.

Therapie von Knochenkrebs


Die Therapie von Knochenkrebs wird immer individuell auf den Patienten abgestimmt und basiert in der Regel immer auf den drei herkömmlichen Behandlungsmöglichkeiten für Tumorerkrankungen – Chemotherapie, Strahlentherapie und Operation. Bei der Behandlung des primären Knochenkrebses wird meist eine Kombination aus den drei Behandlungsmöglichkeiten angewandt. Die genaue Therapie richtet sich dabei immer nach Art und Größe des Krebses. Auch eventuell vorliegende Metastasen müssen bei der Therapie berücksichtigt werden.


Bei einem Osteosarkom kann eine Strahlentherapie nur sehr begrenzt eingesetzt werden. Daher wird ein Osteosarkom meist mit Hilfe einer Kombination aus Chemotherapie und Operation behandelt. Häufig wird bereits vor der Operation versucht, durch eine Chemotherapie den Tumor zu verkleinern. Nach der anschließenden operativen Entfernung des Tumors erfolgt dann eine erneute Chemotherapie. Haben sich bei einem Osteosarkom noch keine Metastasen gebildet, beträgt die Überlebenschance nach der, allgemein bei Krebserkrankungen gültigen Fünf-Jahres-Überlebensrate, rund 60 bis 70 Prozent.

Bei Metastasenbildung in den Knochen werden die betroffenen Knochen häufig operativ stabilisiert, um eine Bruchgefahr zu verringern. Auch Bisphosphonate können zur Stabilisierung der Knochen verabreicht werden. Eine Strahlentherapie wird bei Knochenkrebs oftmals neben einer medikamentösen Behandlung als Schmerztherapie eingesetzt.
Die Therapie eines sekundären Knochenkrebses richtet sich immer nach dem Primärtumor. Da es sich beim sekundären Knochenkrebs immer um eine Metastasenbildung, ausgehend von einem Primärtumor außerhalb des Knochengewebes handelt, ist die Prognose für eine erfolgreiche Therapie insgesamt schlechter, als bei der Behandlung einer primären Knochenkrebserkrankung.
   

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